Kiebitz, Vogel des Jahres 2024

Vanellus vanellus

Merkmale:
Der Kiebitz ist ein Bodenbrütender Vogel, der immer seltener beobachtet werden kann und steht seit 2015 auf der roten Liste. Er wird bis zu 18 Jahren alt. Er wird ca. 28-31 cm groß, hat eine Spannweite von 70-80 cm. Sein Aussehen macht ihn unverwechselbar. Er trägt eine zweizipflige Haube und trägt eine dunkle Augenbinde. Der Unterleib ist verwaschen sandfarbend bis rostorange, die Kegle ist dunkel. In der Brutzeit sind die Männchen etwas dunkler als die Weibchen.
Besonders am Kiebitz ist, dass er tag- und nachtaktiv ist. 


Lebensraum:
Der Lebensraum teilt sich in Brut-, Zug- und Rastraum. In der Brutzeit leben Kiebitze von Großbritannien, Irland bis in Ostsibirien, in den Süden reicht sein Gebiet bis nach Österreich. Ganzjährig kommt der Kiebitz u. a. in Frankreich vor. Das Überwinterungsgebiet ist recht groß und umfasst von Großbritannien ganz Europa bis in den Mittelmeerraum, aber auch Nordafrika, Südwestasien, Nordindien bis Japan.
Es gibt 46 Gebiete, in denen Kiebitze rasten. 22 davon befinden sich in Deutschland.   

Kiebitze brüten in offenen, flachen Landschaften mit kurzen oder keinem Gras, Wiesen, Weiden, Gewässerrändern, Feuchtwiesen, Heiden und Mooren aber auch Feldern und Äckern. 


Nahrung:

Kiebitze ernähren sich von: Insekten und deren Larven, Würmern und anderen Wirbellosen. 

 

Fortpflanzung:

Kiebitze sind standorttreu und monogam oder polygam. Sie sind bereits im März am Brutort und bilden dort Territorien. Die Balzflüge sind spektakulär und stimmgewaltig. Die Vögel brüten in Kleinkolonien und vergesellschaften sich mit anderen Vogelarten. Das Männchen schafft eine Bodenmulde, in die das Weibchen 4 Eier legt. nach 21 bis 28 Tagen schlüpfen die Jungvögel und verbleiben nur wenige Stunden im Nest (Nestflüchter). Die Nester werden stark verteidigt, u. a. mit anderen benachbart brütenden Vögeln. In den ersten 10 Tagen können die Küken ihre Körpertemperatur nicht halten und werden von ihren Eltern gewärmt. Einige Küken wandern mehrere Kilometer mit ihren Eltern auf der Suche nach Nahrung. Bei kalter und nasser Witterung ist die Sterblichkeit sehr hoch. Mit 35 Tagen sind die Jungvögel voll befiedert und flugfähig.  

  

Gefährdung:

In Deutschland wird der Kiebitz seit 2015 in der Roten Liste als "Gefährdet" aufgeführt. Er gehört in Deutschland laut §7 Abs. 2 Nr. 13 BNatSchG als streng geschützte Art. Der Bestand geht seit Jahren zurück. 1999 betrug der Bestand nur noch 60% von 1975. Schätzungsweise gibt es in Deutschland nur 67 000 bis 104 000 Brutpaare. Der Bruterfolg ist jedoch europaweit zu gering um den Bestand zu erhalten. Hauptursache für den Rückgang der Population ist die Landwirtschaft.